
Nutria
Der Nutria (Myocastor coypus) ist ein ursprünglich aus Südamerika stammendes Nagetier, das dem Biber von vorne ähnlich sieht. Die Tiere wurden im 19. und 20. Jahrhundert vor allem zur Pelzzucht nach Europa gebracht und sind durch Flucht oder Freilassung aus Farmen in der freien Natur verwildert. In Europa, Österreich und speziell im Weinviertel haben sich Nutrias über die letzten Jahre an vielen Gewässern fest etabliert.
Nutrias werden etwa 40 - 65 cm lang (ohne Schwanz), haben charakteristische orange Nagezähne und einen runden Schwanz, was sie dann letztendlich doch deutlich vom Biber unterscheidet.

Problematisches Populationswachstum
Auch hinsichtlich der Vermehrungsrate unterscheiden sich Nutrias von Biber. Weibliche Biber bekommen einmal im Jahr ein bis zwei Junge, die dann erst nach zwei bis drei Jahren selbst geschlechtsreif sind. Nutrias bekommen zwei bis drei Mal pro Jahr Nachwuchs. Ein Wurf umfasst im Schnitt sechs Junge, die jedoch schon nach rund 5 Monaten selbst wieder geschlechtsreif sind. Dieser Umstand erklärt, warum die Bestände an manchen Standorten in sehr kurzer Zeit rasant anwachsen.
Rechtlicher Rahmen
Seit 2016 steht der Nutria auf der Liste "Invasive gebietsfremde Arten" der europäischen Union. Dadurch gelten für die Mitgliedsstaaten, und demnach auch für Österreich nachfolgende Vorgaben:
-
Verbot der Einfuhr, Haltung, Zucht, Vermehrung oder Freisetzung in die Umwelt ohne Genehmigung
-
Verpflichtung zur Entwicklung von Bekämpfungs- und Managementmaßnahmen
-
Verpflichtung zur Überwachung und Kontrolle, um Schäden für Umwelt, Infrastruktur und Landwirtschaft zu reduzieren
Jagdlich fallen Nutrias in Niederösterreich unter den Begriff „Raubzeug“ gemäß § 64 Abs. 1 NÖ Jagdgesetz 1974. Der Jagdausübungsberechtigte trägt jagdrechtlich die Obsorge für den erforderlichen Jagdschutz in seinem Jagdrevier und damit auch für die Bekämpfung von Nutrias als Raubzeug.

Negative Auswirkung bei übermäßiger Population
Als nicht-heimische Art haben Nutrias in Österreich kaum natürliche Feinde. Die Nagetiere stellen deshalb inzwischen auch ein zunehmendes Problem für die Biodiversität (Verringerung der Struktur der Lebensräume; Gefährdung seltener Wasserpflanzen), Infrastruktur (Schäden an Uferböschungen und Wegen) und die Landwirtschaft (Fraß von Feldfrüchten) dar.
Ähnlich wie andere Wildtiere ist auch der Nutria Überträger von diversen Krankheiten, die jedoch bei Vermeidung von unmittelbarem Kontakt keine Gefahr für Menschen darstellen. Ein unmittelbarer Kontakt zu den Nagetieren sollte jedoch vermieden werden. Die Fütterung dieser Tiere ist unbedingt zu unterlassen!
LINKS & QUELLEN: